Hintergrund

Demografischer Wandel, knappe Haushaltsbudgets, Veränderungen in der Wirtschaftswelt und der Klimawandel stellen Kommunen vor große Herausforderungen. Sie müssen sich diesen stellen, um zukunftsfähig zu bleiben. Die Strategien hierbei setzten am bestehenden Ort, das heißt bei der Innenentwicklung, an. Die Bemühungen der Kommune bei der Entwicklung dieser Flächen scheitern oft, weil sie keinen Zugriff auf geeignete Flächen hat. Die Eigentümer und Eigentümerinnen selbst wissen häufig nichts vom Potenzial ihrer Flächen oder haben anderweitige Interessen.


Zielsetzung

AktVis will für mittlere und kleine Städte und Gemeinden Instrumente zur Einbindung von Politik, Bürgerschaft und insbesondere der Immobilieneigentümer sowie -eigentümerinnen entwickeln und in den Gemeinden Münster (Hessen), Otzberg und Bensheim erproben. Jeweils steht ein Ortsteil oder ein Bereich im Fokus (Alter Orskern, Ober-Klingen und Langwaden). Ziel ist es, in Bürgerworkshops und auf einer Internet-Plattform den Mehrwert einer Innenentwicklung zu verdeutlichen. Es geht zunächst darum, zu verstehen, welchen Entwicklungen die Ortskerne und damit die privaten Immobilien gegenüber stehen. Im weiteren Schritt werden gemeinsam fehlende Bedarfe, Wünsche, Verbesserungsmöglichkeiten im Ort und deren Umsetzungsmöglichkeiten erarbeitet und veranschaulicht.

Bildquelle: AktVis

AktVis will ALLE für die Risiken unterlassener Innenentwicklung, aber auch für die Möglichkeiten der alten Ortskerne sensibilisieren. Im Idealfall unterstützen die Ergebnisse die Eigentümer und Eigentümerinnen bei der langfristigen Sicherung ihrer Grundstücke und Gebäude und erhalten eine lebendige Gemeinde für alle.

 

Die Devise lautet: Gemeinsam für den Ortskern!

 

AktVis ist ein freiwilliges Angebot an Sie, gemeinsam über Ihre Gemeinde  zu reden sowie Ideen zu entwickeln, wie diese auch in Zukunft ein angenehmer Wohnort bleibt. Dazu gehören u. a. die Themen Wohnraum, Erholungs- und Grünflächen, Parkplätze und Versorgungsangebote.  Aber auch die Frage, welche Beratungen und Hilfestellungen die Gemeinde grundsätzlich anbieten sollte. Ihr Wohnort soll auch langfristig attraktiv, lebendig und bezahlbar bleiben.


Vorgehen

Im Projekt AktVis sind drei Stufen angedacht:

  • In der ersten Stufe werden im gesamten Ortsteil Möglichkeiten zur weiteren Bebauung im Innenbereich potenziellen Neubauflächen im Außenbereich gegenübergestellt. Hierbei soll verdeutlicht werden, wie viel Baufläche bereits unbewusst vorhanden ist und mit wenig Aufwand genutzt werden kann. Neue Baugebiete können dauerhaft nicht die Lösung sein, wenn dafür bestehende Ortskerne verfallen!
  • In der nächsten Stufe werden bestimmte Bereiche der Ortsteile genauer betrachtet. Hierbei ist jeder gefragt, wenn es darum geht zu klären, wie sich diese Orte in Zukunft entwickeln soll. Welche Ansprüche haben Sie an Ihr Lebensumfeld? Was brauchen Sie, um sich dauerhaft in Ihrer Gemeinde wohlzufühlen und wie kann das baulich umgesetzt werden? Neben den Bereichen können auch spezifische Herausforderungen thematisiert werden.
  • Für Eigentümer/innen und Anwohner/innen sind natürlich in erster Linie die eigenen Grundstücke und Gebäude relevant. Einige haben möglicherweise Interesse daran etwas zu ändern, scheuen aber den Aufwand und die Kosten. In der dritten Projektstufe können sie (völlig kostenlos und unverbindlich) ihre Ideen dreidimensional darstellen und überschlägig Kosten sowie rechtliche Einschätzungen einschätzen lassen. Es soll darum gehen gemeinsam Projekte anzustoßen.

Laufzeit: 1.März 2017 bis 28. Februar 2019  |  BMBF Förderkennzeichen: 033L188A 



Stand der Inhalte: Februar 2018