Innenentwicklung, Ortsentwicklung: Was ist das eigentlich?


Bildquelle: AktVis

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Ortsentwicklung im Sinne der Innenentwicklung bedeutet nichts anderes als bestehende Orte lebendig zu erhalten und vorhandene Potenziale zu nutzen. Jede Gemeinde ist durch eine existierende Gebäude-, Verkehrs- und Grünflächenstruktur geprägt. Diese wächst durch die Ausweisung neuer Baugebiete nach außen. Dabei kommt es häufig vor, dass Ortskerne verweisen. Im schlimmsten Fall stehen Gebäude leer. Es wird deswegen versucht im vorhandenen Ort neue Möglichkeiten für Wohnen, Abreiten und Freizeit zu etablieren, bevor neue Bauflächen auf der sogenannten "grünen Wiese" entstehen. Dieses Vorgehen bezeichnet man als Innenentwicklung. Der zukünftige Bedarf an zusätzlichem Wohnraum, Gewerbe oder anderen Nutzungen soll auf innerörtlichen und bereits erschlossenen Flächen gedeckt werden.

 

Innenentwicklung heißt die Potenziale innerhalb der bestehenden Siedlung auszuschöpfen.

 

Denn: Kann stetiges Wachstum nach außen wünschenswert sein, wenn das Ortsinnere Chancen und Potenziale für Wohnen, Versorgung und Erleben bietet? Fragen wie diese und alles weitere rund um das Thema Innen-/Ortsentwicklung sollen unter dieser Rubrik diskutiert werden. Dazu ist es wichtig zunächst die Hintergründe der Ortsentwicklung zu kennen und davon ausgehend mögliche Lösungen aufzuzeigen.


Die Bundesregierung hat der Innenentwicklung bereits 2002 durch die Nachhaltigkeitsstrategie eine besondere Bedeutung gegeben und im Baugesetzbuch in § 1 Absatz 5 und § 1a verankert. Dort heißt es, dass der Innenentwicklung bei der städtebaulichen Entwicklung Vorrang einzuräumen und Boden als wichtige Ressource zu schützen ist. Der Verbrauch von Fläche, d. h. die Neuversiegelung, soll also reduziert werden. Ziel ist es, bis 2030 täglich nur noch 30 Hektar freier, natürlicher Fläche zu bebauen. Aktuell sind es etwa 66 Hektar "grüne Wiese", die jeden Tag unter Beton und Asphalt verschwinden.

 

Zur Verdeutlichung: 66 Hektar entsprechen etwa 93 Fußballfeldern.

 

Im Folgenden möchten wir Ihnen verschiedene Aspekte der Ortsentwicklung nahebringen. Dabei soll geklärt werden, warum das Thema so wichtig ist, wo innerhalb von Gemeinden Potenziale für eine Entwicklung vorhanden sind und was man mit ihnen machen kann. Orts- bzw. Innenentwicklung ist ein kooperativer Prozess, der nur funktioniert, wenn die entsprechenden Flächen- und Gebäudeeigentümer oder -eigentümerinnen zur Mitarbeit bereit sind. Die freiwillige Teilnahme kann dabei vorteilhaft für den Einzelnen, die Nachbarschaft und die gesamte Ortsbevölkerung sein. Das Ziel ist es, Wohnraum und Wohnumfeld an aktuelle Bedürfnisse anzupassen und lebendig sowie attraktiv zu erhalten.

 

Ortsentwicklung im Innern bietet die Chance, aktiv die Entwicklung der Gemeinde und des eigenen Wohnumfelds zu gestalten. Es ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die das Engagement jedes Einzelnen braucht!

 

Laufzeit: 1.März 2017 bis 28. Februar 2019  |  BMBF Förderkennzeichen: 033L188A 



Stand der Inhalte: September 2018