Wo setzt Ortsentwicklung an?


Um Ortsentwicklung betreiben zu können, müssen zunächst Potenziale dafür gefunden werden. Das heißt geeignete Flächen oder Gebäude im Ortsinnern, die bebaut oder verändert werden können. Solche Potenziale sind in jeder Gemeinde vorhanden. Manchmal ohne, dass man sie sofort sieht. Über andere haben Sie sich vielleicht selbst schon einmal Gedanken gemacht.

 

Wenn der Platz nicht mehr ausreicht, kann man eventuell am Haus anbauen, dieses um ein Geschoss aufstocken oder das Dachgeschoss ausbauen. Nicht mehr benötigte Flächen und Räume können anders genutzt werden. Ist ein Gebäude in schlechtem Zustand und nicht mehr nutzbar, kann das Grundstück durch Abriss und Neubau wieder belebt werden. Eine weitere Möglichkeit ist bei sehr großen und weitläufigen Grundstücke ein weiteres Haus zu ergänzen. Potenziale, die von den Gemeinden im Projekt erfasst wurden, möchten wir Ihnen hier vorstellen. Manche erkennen Sie vielleicht in Ihrer Umgebung selbst. Diese unterschiedlichen Potenziale wurden identifiziert und hier finden Sie einen Übersicht der Ergebnisse.


Baulücken sind unbebaute Flächen, die innerorts liegen und schon weitgehend bis ganz erschlossen sind. Sie können sofort oder mit wenig Aufwand bebaut werden. Baulücken entstehen, wenn die Eigentümer ihr bestehendes Baurecht nicht ausnützen oder Gebäude abgerissen und nicht wieder neu gebaut werden.

 


Bildquelle: AktVis


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Mindergenutzte Grundstücke sind zwar bebaut, aber es ist noch so viele Fläche vorhanden, dass mindestens ein weiteres Gebäude oder ein Anbau hinzugebaut werden könnten. Auf diese Weise können beispielsweise die Kinder oder Enkel ihr Eigenheim in der unmittelbaren Nähe der Eltern und Großeltern errichten ohne ein Grundstück kaufen zu müssen. Es können aber auch durch den Verkauf der Fläche Einnahmen erzielt werden. 



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Leerstand entsteht wenn ein bestehendes Gebäude oder Gebäudeteile nicht mehr bewohnt oder genutzt werden. Das betrifft häufig sanierungs- oder modernisierungsbedürftige Gebäude. Käufer ziehen oftmals leere Baugrundstücke oder Neubauten vor. Sie scheuen, häufig zu unrecht, Kosten und Aufwand einer Instandsetzung. Auch wenn es bequemer und schneller ist, ein Fertighaus auf einem leeren Grundstück zu platzieren, gehören alten Gebäude genauso zum Ort und seiner Geschichte. Ein leerstehendes Gebäude herzurichten und zu bewohnen belebt den Straßenzug, verschönert das Ortsbild und hilft beim Flächensparen. Außerdem liegen diese Gebäude meist in gut erschlossenen und zentral liegenden Gebieten. Wenn ein Gebäude nicht mehr gerettet werden kann, kann es durch einen Neubau ersetzt werden.



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Nebengebäude wie Scheunen, Schuppen oder Ställe, die nicht oder nur wenig gebraucht werden, können eventuell zu Wohngebäuden umgebaut bzw. für andere Zwecke umgenutzt, oder abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Die Fläche können aber auch für Garten- oder Freiflächen und zum Parken verwendet werden.



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Generationenwechsel: Häuser und auch Wohnquartiere bieten Raum für mehrere Generationen. Wer ein Haus kauft oder baut, sieht meist seinen Wohnraum dauerhaft in diesem Gebäude. Für viele steht fest, dass Kinder oder Enkel dieses Gebäude irgendwann erben werden. Aber das eigene Leben im Alter wird häufig zu wenig und zu spät bedacht. Die Folge ist, dass der Erhalt des Gebäudes, der Haushalt und die alltäglichen Erledigungen irgendwann beschwerlicher werden. Glück hat, wer von Familie und Freunden vor Ort unterstützt wird, die Kinder/Enkel sich um das Haus kümmern oder man selbst auf eine altersgerechte Wohnung ausweichen kann. Das ist aber nicht immer so. Bereiche mit Generationenwechsel befinden sich im Umbruch, weil zum Beispiel die Generation der Erstbezieher älter geworden ist und eine neue Generation in das Quartier zieht.

Vorzufinden sind dort zum Teil veraltete Wohnstrukturen sowie ein Bedarf an Erneuerung und Veränderung. Das Potenzial liegt hier darin, Wohnraum und Wohnumfeld so zu beeinflussen und zu verändern, dass ältere Generationen dort gerne und unbeschwert leben können. Gleichzeitig wird einer Überalterung des Umfelds durch neuen oder umgenutzten Wohnraum für junge Leute entgegen gewirkt.



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Aufwertungsbereiche stellen meist eines der unkomplizierteren Potenzial dar. Es müssen nicht immer die großen Veränderungen sein, die einen Ort verbessern. Ziel ist es, beispielsweise durch Sanierungen, Modernisierungen einzelner Gebäude, neue Fassadenanstriche oder Begrünungen und Sitzgelegenheiten den Bereich aufzuwerten. Solche Maßnahmen verschönern den Ort und helfen den Eigentümern und Eigentümerinnen dabei ihre Eigentumswerte zu erhalten.



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Umstrukturierungsbereiche sind Gebiete mit ungeordneten Gebäude- und Grundstücksstrukturen. Sie sind meist im Innern bestehender Wohn- oder Gebäudeblöcke zu finden. Gekennzeichnet sind sie durch eine bunte Mischung aus Wohnhäusern, Scheunen, Anbauten, kleinen Hof- oder Gartenflächen und verwinkelten Grundstückszuschnitten. Häufig sind die Bauten veraltet und teilweise nicht mehr in Gebrauch oder ungünstig ausgenutzt. Solche Gebäude können zurückgebaut werden. So wird freie Fläche gewonnen, die für neue zeitgemäße Nutzungen zur Verfügung steht. Das stärkt die Eigentumswerte und wertet das Gebiet auf.


Laufzeit: 1.März 2017 bis 28. Februar 2019  |  BMBF Förderkennzeichen: 033L188A 



Stand der Inhalte: September 2018